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Die Industriegleisanlagen
der Stadt Ulm


- Hauptstammgleis   /   Stammgleis I   /   Stammgleis II   /   Stammgleis IV   /   Stammgleis V   /   Stammgleis VI -


- Stammgleis VI -



Als im Jahr 1974 das Dorf Einsingen, deren Bewohner teilweise noch bis ins 20.Jahrhundert hinein Torf-Abbau im Donauried betrieben, eingemeindet wurde, eröffnete sich für die Stadt die Möglichkeit, das Industriegebiet Donautal nach Süden zu erweitern.
Auch dieser Bereich sollte Gleisanschlüsse erhalten. Dazu war vorgesehen, zwischen den Nebenanschlußgleisen für AEG-Telefunken und dem Motorenwerk von KHD ein neues Zweiggleis anzulegen, über dem das Gelände südlich des Magirus-Werks zu erschließen wäre.


Das Gleis sollte entlang der Graf-Arco-Straße nach Südosten verlaufen und hinter der Dieselstraße nach Südwesten schwenken. (Trasse 1)


Südlich des sog. Schwarzen Grabens, auf Höhe der heutigen Ernst-Abbe-Straße, wollte man das Gleis wieder in nordwestliche Richtung zum Hauptstammgleis zurück führen. (Trasse 2)


Eine andere Alternative (Trasse 3) sah einen noch weiter südlicheren Verlauf entlang der Kreisstraße nach Gögglingen (K 9916, Ensostraße) vor. Diese Trasse wäre mit einer Spitzkehre auf Höhe des Einsinger Bahnhofs an ein verlängertes Hauptstammgleis angeschlossen worden.


Die Gründe dafür, dass letztendlich nur die Trasse 1 als Stammgleis VI gebaut wurde, dürften darin liegen, dass auf den Erweiterungsflächen nördlich der Trasse 2 mit der Magirus-Teststrecke kein neuer Nebenanschließer zu erwarten war und die anzusiedelnden Firmen im südlichen Bereich des Gleises kein großes Interesse an einem Nebenanschluß zeigten. Mithin fehlte für diese große Lösung der wirtschaftliche Nutzen.



(anklicken zum Vergrößern)

Die einzige Aufgabe des dann gebauten Stammgleises VI besteht in der Anbindung des Nebenanschlußgleises der Firma Wieland an das Hauptstammgleis. Es wurde als letztes der Stammgleise Anfang der 1980er Jahre beim Umzug des Ulmer Wieland-Werks vom Berliner Platz ins Donautal fertiggestellt.
(→ 200 Jahre Wieland - Story 002 – 1982)


Nach dem Abzweig vom Hauptstammgleis kreuzt das Stammgleis die Nicolaus-Otto-Straße. Zur Sicherung der Kreuzung kann die Ampelanlage für den Straßenverkehr über einen Schlüßelschalter bedient werden. Bahnseitig wird der Übergang mit einem Bü-Signal gesichert.


Das Stammgleis ist 1060 Meter lang. Im Gegensatz zu den anderen Stammgleisen im Industriegebiet Donautal liegt es im öffentlichen Straßenraum der Graf-Arco-Straße, verfügt jedoch über eine eigene Trasse. Südlich der Einmündung der Dieselstraße beginnt der ca. 480 Meter lange zweigleisige Nebenanschluß der Firma Wieland.



Nebenanschlussgleise und Nebenanschließer (sog. Stammgleisbenutzungsberechtigte)


Adresse Firma Zeitraum (ca.) Status
Graf-Arco-Str. 36 Wieland-Werke ab 1982 Nebenanschluß

Die Angaben stammen aus SWU-Plänen und sind nicht belegt.






Abzweig Stammgleis VI (2004)


Abzweig Stammgleis VI (2008)



Kreuzung Stammgleis VI / Nicolaus-Otto-Str. (2004)


Graf-Arco-Str. (2004)



Einfahrt Werksgelände Wieland (2025)


Werksanschluß Wieland (2025)




Luftbild: https://www.geoportal-bw.de - Digitaler Luftbildatlas - WMS LGL-BW Hist. Orthophotos 2000-20009
Kartendaten: Pläne SWU
Text: Manfred Pötzl, TIG - Plattform für Ulm/Neu-Ulmer Technik- u. Industriegeschichte, ©2025