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Die Industriegleisanlagen
der Stadt Ulm


- Hauptstammgleis   /   Stammgleis I   /   Stammgleis II   /   Stammgleis IV   /   Stammgleis V   /   Stammgleis VI -


- Hauptstammgleis -


Mit seinen 3,3 Kilometern Länge bildet das Hauptstammgleis das Rückrad der Industriegleisanlage.


Von ihm zweigen nicht nur die fünf Stammgleise ab, in seinem südlichen Abschnitt werden auch die größten Betriebe des Industriegebiets über eigene Nebengleise direkt angebunden.
Darüber hinaus ist das Hauptstammgleis Durchfahrtsgleis für die Übergabegruppe und die Umsetzanlage sowie Ausziehgleis für die Stammgleise I-VI.




Die zweigleisige Übergabegruppe dient dazu, aus der Industriegleisanlage abgehende Züge vor der Einfahrt in die Südbahn bahntechnisch abzufertigen. Das westliche Gleis blieb für die Einfahrt frei, hier konnten auch die aus den Stammgleisen abgezogenen Zugteile umfahren werden um die Lok für die Fahrt in den Rangierbahnhof Ulm an die Zugspitze zu setzen. Über das östliche Gleis erfolgte dann die Ausfahrt.


Zwischen dem Stammgleis II und der Umsetzanlage beginnt an Weiche 31 der nur knapp 100 Meter lange Nebenanschluß des Entsorgungsunternehmens Max Buck. Der Anschluß wird heute noch genutzt.
Bei einer Erweiterung des seit 1995 genutzten Betriebsgeländes im Jahr 1997 wurde das ursprüngliche Verladegleis mit einer Hallenkonstruktion überbaut.


Die Umsetzanlage besteht neben dem Durchgangsgleis aus einem Umfahr- und einem Stumpfgleis. Sie hat einen Straßenanschluß, kann daher auch als Überladeanlage genutzt werden.
Die Hauptaufgabe der Anlage besteht darin, der Zuglok ein Umfahren des Zuges zu ermöglichen um Wagen abzuziehen oder einzustellen und Zugteile im Schub anzuliefern.
Durch einen befestigten Boden auf Teilen der Gleisanlage ist der Einsatz von Mobilkränen und schweren Flurförderzeugen möglich.


Auf Höhe des Stammgleises V aber auf der gegenüberliegenden Seite der Südbahn liegt der Nebenanschluß Oscorna. Er ist nicht über das Industriegleis zu erreichen und wurde im Zuge des Neubaus der S-Bahn Haltestelle Donautal stillgelegt.
Für die Haltestelle musste auch Hauptstammgleis versetzt werden.


Südlich des noch bis 1974 als Pflegeheim betriebenen Oberen Riedhofs verläuft nach Osten das rund 550 Meter lange doppelte Nebengleis zum Bildröhrenwerk der AEG-Telefunken. Es zweigt bei Km 1+950 mit Weiche 81 vom Hauptstammgleis ab. Diese Gleisanlage wurde bereits nach der Ausgliederung und Insolvenz des Werks Anfang der 1980er Jahre mit den Betriebsgebäuden der Firma Merckle/ratiopharm überbaut.


Bis nach der Jahrtausendwende überlebt haben die Gleise zum Motorenwerk der Klöckner-Humbold-Deutz AG. Teile davon finden sich heute noch nördlich des Firmenparkplatzes, in Betrieb ist der Anschluß aber schon lange nicht mehr.
Der doppelgleisige Nebenanschluß beginnt bei Km 2+210 an Weiche 91 und ist rund 680 Meter lang.


Auch die an Weiche 97 beginnenden Nebengleise zum Magirus-Fahrzeugwerk, über u.a. Ganzzüge mit fertiggestellten Lkws beladen wurden, lagen teilweise noch bis nach der Jahrtausendwende. Sie stellten die umfangreichste Nebengleisanlage im Industriegleis dar und wurden inzwischen vollständig rückgebaut.


Entgegen der im Donautal üblichen Richtung zweigt bei Km 3+050 der Anschluß zum Chemie-Händler Herkommer & Bangerter ab. Das Unternehmen siedelte sich bei der letzten Erweiterung des Industriegebiets nach 1989 hier an. Dabei wurde dieser Teil des Hauptstammgleises umgebaut.


Im Jahr 2007 folgte eine Verlängerung des Stammgleises bis zum Bahnübergabg Ulm-Einsingen.
An einem Gleisabschnitt nach der Abzweigweiche zu IVECO/Magirus betreibt seit einigen Jahren ein Stuttgarter Recyclingunternehmen eine Gleisschotter-Aufbereitungsanlage.


Zeitweise wird der letzte Abschnitt des Hauptstammgleises, der über eine Zufahrt über die Nicolaus-Otto-Straße verfügt, im Sinne eines Freiladegleises genutzt. Verladen wird dabei überwiegend Baumaterial.



Nebenanschlussgleise und Nebenanschließer (sog. Stammgleisbenutzungsberechtigte)


Adresse Firma Zeitraum (ca.) Status
Boschstr. 20 Max Buck ab 1959 Nebenanschluß
Graf-Arco-Str. 3 AEG-Telefunken ab 1967 - 1981 Nebenanschluß
Nicolaus-Otto-Str. 25 Klöckner-Humbold Deutz (KHD) ab 1967 Nebenanschluß
Nicolaus-Otto-Straße 27 Magirus-Deutz / IVECO ab 1973 Nebenanschluß
Nicolaus-Otto-Straße 40 Herkommer & Bangerter ab 1990 Nebenanschluß

Die Angaben stammen aus SWU-Plänen und sind nicht belegt.






Einfädelung Südbahn mit Schutzweiche (2025)


Ausfahrtsignal Industriegleisanlage Donautal (2025)



Ausfahrt Richtung Südbahn (2021)


Einfahrt in die Übergabegruppe (2025)



Übergabegruppe mit Abzweig Stammgleis I (2025)


südl. Ausfahrt aus der Übergabegruppe (2021)



Nebenanschluß Buck (2008)


Abzweigweiche Buck (2021)



Einfahrt in die Umsetzanlage (2021)


südl. Ausfahrt der Umsetzanlage und Abzweig Stammgleis IV (2025)



Verladung der Ulmer GT4 nach Rumänien (2003)


Gleisjoche zur Verladung an der Umsetzanlage (2025)



Hp Donautal und ehem. Anschluß Oscorna (2025)


ehem. Abzweig Stammgleis V (2021)



Nebenanschlußgleis KHD (2004)


Abzweig zum Nebenanschluß Magirus/IVECO (2020)



Einfahrt in das IVECO Werkgelände (2004)


Nebengleise IVECO-Werk, Gleis 1 ist schon rückgebaut (2004)



Schotteraufbereitungsanlage (2020)


Stammgleisende 2008



Nebenanschluß Fa. Brenntag ex. Herkommer & Bangerter (2020)


Nebenanschluß Herkommer & Bangerter (2008)



Anschluß-Grenzzeichen SWU (2020)


Anschluß-Grenzzeichen DB (2020)



Bau der Stammgleisverlängerung 2008


Ende des Hauptstammgleises 2020




Luftbild: https://www.geoportal-bw.de - Digitaler Luftbildatlas - WMS LGL-BW Hist. Orthophotos 2000-20009
Kartendaten: Pläne SWU
Text: Manfred Pötzl, TIG - Plattform für Ulm/Neu-Ulmer Technik- u. Industriegeschichte, ©2025